|
Hauptmenü Vorstand Geschichte Dorfansicht Der Jakobsdorfer Sitten Brauchtum Lieder Gedichte Heimattreffen Nachbarschaften Videos Friedhof Gästebuch Kontakt Impressum |
|
Bericht: Emilie Gunnesch Nr. 115
Schön war es wenn jemand Namenstag hatte, dann wurden dem betreffenden Mädchen oder Burschen Lieder gesungen (en Ständchen) und einen Kranz (Donenoast), geschmückt mit einem verzierten Papierzettel (Zerel) und mit selbst gemachten Papierrosen, überreicht. Zum Dank bekamen die Gratulanten Kuchen und Wein.
So einen Papierzettel hat meine Großmutter aufbewahrt, den sie am 2. Februar 1908 erhalten hatte.
Jakobsdorf, den 2 Februar 1908 Mir träumte Schätzlein diese Nacht, dass heute sei dein Namenstag. Drum nimm dies Andenken von mir und sieh, dass meine Gedanken immer stehn bei dir.
Liebe! Ich liebe dich, so tönt es mir im Herzen, zu erst leise, mild und verzagend nur, ich liebe dich und werd’ ewig lieben, so tönet fort und fort, es in der Seele mir.
Gedenke mein! Ich denke dein beim hellen Mondesschimmer, wenn Sterne leuchtend untergeh’n. Ich denke dein und dich vergess ich nimmer und ruf Dir zu: Auf Wiederseh’n
Erinnerung! Wo du wandelst geh im Segen, in des Glückes Sonnenlicht. Nur lass auch auf deinen Wegen für mich blühen Vergissmeinnicht.
Treue! Selig, wenn an deinem Herzen einst das meine feurig schlägt und die Lust und nicht die Schmerzen der Liebe in sich trägt. Ich öffne meine Augen Dir, o weh! O weh, es war ein Traum von mir.
Andenken! Es lebe die Zukunft, die Freundschaft und ich, die Zukunft für alle, die Freundschaft für mich. Wir bleiben stets Freunde in Ewigkeit fort, das sage ich heute und halte mein Wort.
Vergissmeinnicht! Nicht wie Rosen und Nelken, die heute blühen und morgen welken, sondern wie ein ewiges Immergrün soll unsere Freundschaft auf ewig blühn.
Auch unseren Lehrern (Herr Räckter) und Lehrerinnen wurden zum Namenstag Lieder gesungen, wie zum Beispiel: „Brichst du Blumen sei bescheiden“„Auf Kreuzberg sanften Höhen“„Treue Freundschaft“„Viel Glück und viel Segen“.Der älteste Junge und das älteste Mädchen aus der Klasse übergaben einen Korb mit Eiern und einen Kranz.
|