Ausschnitte aus der Autobiographie von Franz Josef Wolba Nr. 132:

Im Spätherbst 1948 gab es keine Arbeit mehr. Die Felder waren geräumt.

Am 16. Oktober 1948 wurde in Hundertbücheln ein Staatsgut (G.A.S.) "Mihail Eminescu" gegründet und Jakobsdorf wurde von diesem Staatsgut eine Sektion mit dem Namen "Sectia Jacobeni".

Nun wurden Leute eingestellt, die mit den Pferden und Ochsen arbeiten sollten. Der Rest der Arbeitslustigen wurde als Tagelöhner in die Arbeit genommen. Es war noch keine richtige Führung eingesetzt. Es war so ein Regater Saufbruder, welcher den Chef spielte und der Johann Wecker Nr. 5.

Wir Tagelöhner versammelten uns in der Früh vor der Gemeindekanzlei, da kam der Johann Wecker mit dem Programm und suchte die Leute zum arbeiten aus. Es waren jeden Morgen über 200 Leute da, welche arbeiten wollten und von denen nahm der Wecker 10 bis 20 Mann in die Arbeit. Der Rest musste wieder nach Hause gehen. Ich war nur 5-mal genommen worden.

Am 1. Januar 1949 wurde nun das Zentrum von Hundertbücheln nach Jakobsdorf verlegt. Das Büro war auf dem Hof Nr. 80.

Am 23.01.1949 ging ich in das Büro der Staatsfarm mit einem Gesuch, in welchem ich einen Posten als "Brigadier" beantragt hatte.

Der Direktor drückte mir die Hand und bat mich am anderen Morgen in den Dienst zu kommen.

Ich war zufrieden, dass ich nun jeden Tag arbeiten konnte.

Am anderen Morgen ging ich ins Büro. Der Direktor bat mich in sein Zimmer. Er bat mich Platz zu nehmen und sagte: "Ich möchte mit Ihnen über die Lage der Felder sprechen." Wir nahmen -Gewand für Gewand- der Reihe nach durch und ich erklärte ihm von überall die Fruchtbarkeit der Felder. Ich ging drei Tage ins Büro. Dann fuhren wir auch hinaus aufs Feld, wo ich ihm dann die Namen von jeder "Gewand" sagte. Er notierte alles.

Die Farm war 1172 ha groß und bestand aus Ackerland, Wiesen, Plantagen und Weiden.

Auf der Farm in Jakobsdorf gab es einen Viehbestand von etwa 900-950 Köpfen, davon waren:

  • 400 Kühe,
  • 130 trächtige Kühe,
  • 120 Jungvieh,
  • 150-200 Kälber,
  • 100 Arbeitsvieh und
  • vier Stiere.

Im Zootechnischen Sektor waren ungefähr 100 Leute (Angestellte) beschäftigt und bei den Feldbrigaden waren es ungefähr 110.

Die zwei zootechnische Brigaden wurden von Johann Stirner (aus Mergeln)  und von Salmen Thomas (aus Roseln) geführt.

Die zwei Feldbrigaden wurden von Johann Wecker Nr. 59  und von Johann Barthmes Nr 74 geführt.

Dann gab es noch die Brigade mit dem Baumgarten (Plantazie).

Diese führte der Brigadeleiter Michael Martini.

Wir hatten alle Hände voll zu tun, um alles in Aufsicht halten zu können. Aber wir hatten einen festen Willen und es klappte.