Ausschnitte aus dem Bericht vom 09.01.1938 von Pfarrer Hans Konnerth

Tiefen Dank müssen wir Jakobsdorfer in dieser Stunde alle empfinden, da wir mit unseren lieben Gästen im fertig gestellten evangelisch-deutschen Gemeindehaus stehen können. Wir dürfen diesen stattlichen Bau, mit Recht unser Gemeindehaus nennen, denn er ist durch unsere Mühe und Leistung, durch unsere Spenden und Beiträge geschaffen worden.
Es gibt Gemeinden, die ihre Schule oder ihren Saal mit Hilfe einer namhaftigen Unterstützung aufbauen, aber es ist doch eine ganz andere Freude in einem Bau zu stehen, der aus dem Willen und der Tatkraft der Gemeinde entstand.

Die verehrten Gäste und auch die Jakobsdorfer wird es wohl interessieren zu erfahren, wie viel dieser stattliche Bau bis her gekostet hat. Aus dem Saalbaufond sind rund 499.000 Lei ausgezahlt worden. Allerdings wurde dieser Betrag nicht nur für den Saalbau verwendet, sondern für die gründliche Renovierung unserer evangelisch-deutschen Schule. Unser Schulgebäude war im Laufe von fast 40 Jahren in mancher Hinsicht schadhaft geworden. Darum fasste die Gemeindevertretung den einmütigen Beschluß eine gründliche Wiederherstellung vorzunehmen, was 38.500 Lei kostete.
Wie ist diese halbe Million eingekommen? Durch Naturaliensammlungen….

Das Hereinbringen von verschiedenem Material machte 1334 kurze Fahrten nötig; zu dem mussten noch 1000 Fuhren Sand bereit gestellt werden.
Für die Handlangerdienste gelegentlich des Aufmauerns wurden 427 Tage geleistet und für andere Arbeiten 974 Arbeitstage.
Für den Gemeindesaal wurden 160.000 Mauerziegeln gebrannt. …

Der Saalbaufond wurde in der Sitzung des Presbyteriums vom 15 Juli 1935 begründet. Wir haben also nicht lange gesammelt, haben mit Eifer geschafft weil wir es selbst erfahren wie bitter nötig eine Gemeinde solch ein Haus hat, in welchem sie zusammenkommen kann, um ihr Gemeindeleben zu stärken und zu vertiefen.